Schwitzen trotz der Schwerkraft

22 August, 2006 at 7:24 pm (Uncategorized)

Frontline-Shirt mit Salzkruste

Jedes Kind weiss: Wenn’s mit dem Fahrrad berghoch geht, wird’s anstrengend. Dafür gibt’s als Belohnung dann eine Abfahrt, wo man die Schwerkraft für sich arbeiten lassen kann. In Bikeparks kann man sich weitgehend auf die Belohnung konzentrieren, weil die Anstrengung an Bergbahnen delegiert wird.

Dass auch Abfahrten ganz schön schweisstreibend sein können, zeigt das Photo eines T-Shirts, das ich Ende Juni während zweier Tage getragen habe. In dieser Zeit haben wir zu viert die Region «Portes du Soleil» unter die Räder genommen, die sich am oberen Ende des Genfersees auf beiden Seiten der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz erstreckt. Nach einem stressigen Wochenende, an dem wir morgens um 9 Uhr für die erste Gondel den Berg hoch bereit standen, um rund zehn Stunden später wieder am Ausgangsort anzukommen, konnten wir bilanzieren: Vier Bikes, geschätzte 120km bergab, zwei Platten, ein Satz komplett abgenutzter Beläge einer Scheibenbremse, ein Schaltwerk, das sich in seine Einzelteile auflöste, und ein Schaltkabel, das über den Jordan ging. 

Das mag nach einer sinnlosen, mutwilligen Zerstörung teurer Ausrüstung tönen. Im Vergleich mit den allermeisten Startern am «Passportes du Soleil»-Wochenende (insgesamt mehr als 2000 Leute) war der Pannenteufel für uns aber bloss ein sporadischer Besucher. Denn auf einigen Streckenabschnitten stand alle 100 Meter ein Grüppchen Radler, das gerade versuchte, ein waidwundes Stahlross wieder fahrbar zu bekommen. 

Was war denn nun so schweisstreibend, mögen Skeptiker sich wundern? Nun, abgesehen vom schönen Sommerwetter und gelegentlichen Anstiegen, wo einem keine Bergbahn die Arbeit abnahm, waren es die Abfahrten selbst: Steil, steinig, mal staubig und rasendschnell, mal auf griffigem Waldboden und so knifflig, dass jeder Konzentrationsmangel einem Mutter Erde dramatisch näher brachte. Trotz eines Rucksacks mit integriertem 3-Liter-Reservoirs zeigten sich abends Krampfsymptome an Orten, wo ich dies mein Leben lang nicht erlebt habe. Und was man an Wasser rein schüttet, kommt als Schweiss wieder raus – wie das Shirt zeigt, nicht zu knapp und mit viel Salzen angereichert. Ob wir darum abends in Champéry so unbändigen Bock auf salzige Pizzen hatten? 

Mehr zum wohl grössten Bikepark Europas gibt’s hier:

www.portesdusoleil.com resp. www.bikepark.ch.Interessenten seien die folgenden Orte empfohlen:

Châtel, wo ganz oben im Tal ein sehr abwechslungsreicher Bikepark mit Strecken verschiedenster Schwierigkeit auf einen warten.

Morgins, in dessen Wäldern halsbrecherische Holzkonstruktionen auf wagemutige Biker warten.

Les Crosets, das sehr zentral gelegen ist und mit der neuen Mossettes-Abfahrt eine permanente Piste bietet, welche sich schon an mehreren Schweizermeisterschaften bewährt hat, wegen ihres alpinen Charakters und der zahlreichen Sprünge aber Mensch und Material alles abverlangt. Panorama von Champéry Rtg Les Crosets

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1 Kommentar

  1. Garnaal said,

    Du gruseliger Welcher… ein TShirt trägt man auch nicht während 2er Tage, pfui! CamelBag anstechen, Seife dazu und waschen…

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